„Mein Zuhause ist die Poesie.“ Volha Hapeyeva

Die Macht der Sprache

Lesungen und Gespräch

Alexandru Bulucz

Tomer Gardi

Volha Hapeyeva

Moderation: Miryam Schellbach und Leon Joskowitz

Die Sprache der Literatur ist frei, sie muss weder effizient sein noch gehorchen. Sie kann ausufern, schlingern, experimentieren und auf Verständlichkeit pfeifen. Wirklich gute Erzählungen bringen auch vermeintliche Gegensätze zusammen. Sie unterhalten und stimmen nachdenklich, sind packend und stürzen in Zweifel. Das ästhetische Vermögen des literarischen Schreibens ist sogar in der Lage, universelle Momente des menschlichen Lebens freizulegen. Welche Macht von der Sprache ausgeht, warum ein Leben ohne die Arbeit mit, an und in der Sprache für Schriftsteller:innen undenkbar ist, warum man schreiben muss, wie Rilke es einst ausdrückte, erörtern Tomer Gardi, Alexandru Bulucz und Volha Hapeyeva im Gespräch mit Miryam Schellbach und Leon Joskowitz.

Tomer Gardi spielt in seinem Roman „Eine runde Sache“ virtuos mit Sprachen. Mit all seiner Originalität und dem Überbordwerfen konventioneller Romankonzeptionen löst er auch die Krux mit der Wahl der Sprache, die sein literarisches Ich martert. „Ein Schriftsteller ist jemand, der Schwierigkeiten hat mit die deutsche Sprache“, schreibt er und fragt, wie es überhaupt gelingen kann, seine eigene Sprache zu finden.

Für seinen Text „Einige Landesgrenzen weiter östlich, von hier aus gesehen“ wurde Alexandru Bulucz mit dem Deutschlandfunk-Preis ausgezeichnet. In seinem Text leuchtet er die Begriffe Heimat und Herkunft lyrisch aus und beeindruckt mit der Gleichzeitigkeit von Fragilität und Souveränität, von Weltwissen, politischem Denken und philosophischer Erfahrung.

Für ihre „widerständige Poesie“ wurde die belarussische Schriftstellerin und Dichterin Volha Hapeyeva in diesem Jahr mit dem Wortmeldungen-Literaturpreis ausgezeichnet. Aus dem Exil heraus verteidige sie ein Terrain, das von keinem Diktator eingenommen werden kann, würdigte der Laudator ihr „ungemein starkes literarisches Dokument“.

 

Weitere Informationen zur Veranstaltung hier.

01.10.2022 | 17.30

Volha Hapeyeva

Lesungen und Gespräch

Ort
TITANIA Theater Frankfurt

Basaltstraße 23, 60487 Frankfurt am Main