FLEXEN. Flâneusen* schreiben Städte

 

Flexen – Flâneusen* schreiben Städte - Lesung feministischer Literatur an verschiedenen Orten der Stadt
Sonntag, 9. Mai 2021, 15 – 18 Uhr
Treffpunkt: Springbrunnen über dem Alaunpark (Tannenstraße), Dresden
Bitte haltet Abstand und tragt eine Maske. Die Veranstaltung findet statt, soweit pandemiebedingt möglich und zulässig. Achtet also bitte auf kurzfristige Hinweise hier und auf Twitter.

Die Gruppe polar lädt ein, mit ihnen zu „trödeln, herumzulungern, ziellos durch die Stadt zu streifen“ (Neha Singh)1 und Geschichten aus „Flexen – Flâneusen* schreiben Städte“ zu hören, zu einem literarischen Streifzug durch die Stadt, bei dem die Perspektiven von Frauen, Queers und People of Colour im Mittelpunkt stehen werden.

Die Kämpfe für ein Recht auf Stadt sind auch feministische Kämpfe. Der Mangel an leistbarem Wohnraum ist auch ein Problem für alle Menschen, die partnerschaftlicher oder häuslicher Gewalt entfliehen wollen. Es mangelt an Plätzen in Frauenhäusern nicht nur weil es ohnehin zu wenige gibt, sondern auch weil Monate vergehen können, bis die Betroffenen eine Wohnung gefunden haben und somit ihr Platz frei wird. Frauen, Queers und People of Colour sind häufiger auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen, obwohl für sie dort eine Sicherheit nicht selbstverständlich ist. Für viele FLINTA2 sind verbale sexuelle Belästigung oder die Angst davor im Dunkeln unterwegs zu sein, alltäglich. Erst im März machten anlässlich der Entführung und Ermordung von Sarah Everard Betroffene unter dem hashtag #TextMeWhenYouGetHome (Sag Bescheid wenn Du zu Hause angekommen bist) auf ihre Gewalterfahrungen und Diskriminierungen im öffentlichen Raum aufmerksam.

Wir haben festgestellt, dass Frauen einen tagtäglichen Kampf mit der Stadt aufnehmen“3 – so Özlem Özgül Dündar – eine der Herausgeber*innen der Anthologie „Flexen“, die im Verbrecher Verlag erschienen ist. In Abgrenzung zum sorgenfreien Spazierengehen des männlichen Flaneurs handeln daher die Geschichten der Autor*innen von Diskriminierung, Bedrohung aber auch von Aneignung und Ermächtigung. Und darum muss es gehen: Um Sichtbarkeit und um die Eroberung der Städte für alle – auf den Straßen, den Plätze sollen alle sein können, frei von Belästigung und Diskriminierung. Denn wir wollen die Stadt nicht durcheilen, sondern uns in ihr mit ihr kritisch auseinandersetzen und sie gestalten. Zu diesem Flanieren und Lauschen wollen wir euch einladen.

Die Lesung ist eine Veranstaltung der Reihe zum Recht auf Stadt in diesem Jahr. Wir sind seit einigen Jahren Teil der Kämpfe besonders um Wohnen und Wohnungslosigkeit in Dresden. Organisiert sind wir dazu im Bündnis „Mietenwahnsinn stoppen!“ Dresden sowie in der BettelLobby Dresden. In diesem Jahr wollen wir uns dem Recht auf Stadt auch theoretisch nähern. Dafür organisieren wir Veranstaltungen wie Vorträge, Lesespaziergänge und Comiclesungen rund um Fragen der solidarischen Stadt.

Eine Veranstaltung der Gruppe polar in Zusammenarbeit mit Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen.

1 siehe den Beitrag „Wie man eine Stadt erobert“ von Julia Lauter
2 Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre und trans Personen sowie agender
3 https://www.deutschlandfunk.de/kultur-des-flanierens-eine-weibliche-flaneurin-gibt-es-nicht.807.de.html?dram:article_id=451042

 

09.05.2021 | 15.00 Uhr

Özlem Özgül Dündar / Ronya Othmann / Mia Göhring / Lea Sauer

Lesung feministischer Literatur an verschiedenen Orten der Stadt

Ort
Springbrunnen über dem Alaunpark (Tannenstraße)

01099 Dresden