Vater und ich

Vater und ich

Dilek Güngör
Hardcover, 104 Seiten
Preis: 19,00 €
ISBN: 9783957324924


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Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2021

 

Als Ipek für ein verlängertes Wochenende ihren Vater besucht, weiß sie, dass er auf dem Bahnhofsplatz im Auto auf sie warten und sie nicht am Zug empfangen wird. Im Elternhaus angekommen sitzt sie in ihrem früheren Kinderzimmer, hört ihn im Garten, im Haus, beim Teekochen. Die Nähe, die Kind und Vater verbunden hat, ist ihnen mit jedem Jahr ein wenig mehr abhandengekommen, und mit der Nähe die gemeinsame Sprache. Ipek ist Journalistin, sie hat das Fragenstellen gelernt, aber gegenüber dem Schweigen zwischen ihr und dem Vater ist sie ohnmächtig.
Dilek Güngör beschreibt die Annäherung einer Tochter an ihren Vater, der als sogenannter Gastarbeiter in den 70er Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam. Sie erzählt von dem Versuch, die Sprachlosigkeit mit Gesten und Handgriffen in der Küche, mit stummem Beieinandersitzen zu überwinden. Ein humorvoller wie rührender Roman über eine Vater-Tochter-Beziehung, mit der sich viele werden identifizieren können.

Güngör arbeitet vorsichtig und sensibel die Beziehung zwischen Vater und Tochter heraus [...] Es gibt eine Liebe, die ohne Worte auskommt, manchmal reicht das stumme Verstehen des anderen.

Gerrit Bartels / Tagesspiegel

 

Ähnlich wie die französischen Autorinnen und Autoren Annie Ernaux, Édouard Louis und Didier Eribon unternimmt auch Dilek Güngör mit „Vater und ich“ den tastenden, mutigen Versuch, der Wortlosigkeit mit einer großen Offenheit, einer ungeschönten Sprache zu begegnen. Und mit einer Form, die weder dem konventionellen Roman entspricht noch einer Autobiografie, weder literarische Flucht ist noch bekenntnishafte Selbstoffenbarung.

Ulrich Rüdenauer / Deutschlandfunk

 

Ich wollte eine Beziehung zeigen, die sehr nah und sehr vertraut sein kann, ohne dass man Worte benutzt.

Dilek Güngör im Interview im WDR 3 Kultur am Mittag

 

Behutsam fügt Dilek Güngör eine Szene, eine Erinnerung an die andere - ohne uns Lesern eine Erklärung für das Schweigen zwischen Vater und Tochter aufzudrängen.

Angela Gutzeit / SWR2

 

Viele traditionelle Vaterbilder funktionieren heute zum Glück nicht mehr. Was also, wenn der Patriarch am Herrschen gar kein Interesse mehr hat? Dilek Güngör zeichnet einen Vater, der zwar bereitwillig moderne Luft atmet, mit den Füßen aber noch durch konservative Gewässer watet.

Julia Hubernagel / taz

 

Die Vatersuche ist ein altes literarisches Motiv, ursprünglich ein Männerding. Hier trifft die Tochter auf den Vater, der zwar anwesend ist, aber wie eine leere Hülle. 

Cornelia Geißler / Berliner Zeitung

 

In Frankreich haben Didier Eribon, Édouard Louis und allen voran Annie Ernaux große Werke dazu geschaffen und für einen neuen Ton im Erzählen gesorgt – doch auch in der deutschsprachigen Literatur gibt es mittlerweile starke Stimmen zum Thema: Saša Stanišić zum Beispiel, Deniz Ohde oder Dimitrij Kapitelman – und nun auch den schmalen, gehaltvollen Roman von Dilek Güngör.

Anne-Dore Krohn / rbbKultur

 

Güngör ist ein einfühlsames, berührendes Buch gelungen, das ohne Pathos auskommt. 

Holger Moos / Goethe-Institut

 

Natürlich hatte ich Zweifel, ob man etwas abgeben kann, das nur 100 Seiten hat. Aber dann kommt so eine Nominierung und bestätigt, dass das durchaus geht. Das freut mich sehr. 

Dilek Güngör im Interview mit Thomas Hummitzsch im tipBerlin

 

Der beobachtende und reflektierende Text ist direkt an den Vater adressiert, stellenweise wie ein Brief. Wer jetzt an eine Anklage denkt, liegt falsch. Letztlich will man sich gegenseitig nur Gutes, aber dieses Gute kommt ihnen nicht über die Lippen.

Erwin Uhrmann / Die Presse


Es geht viel darum, Wörter zu finden, eine gemeinsame Sprache zu finden.

Mascha Jacobs und Heiße Geißler im Podcast "Dear Reader"

 

Auch in meinen Romanen spielte der Vater immer eine Rolle [...] In diesem Buch habe ich gedacht, es ist Zeit, sich diesem Thema [der Vater-Tochter-Beziehung] ausgiebig zu widmen.

Dilek Güngör bei Dussmann das KulturKaufhaus "...aus dem Lesezimmer"

 

Dilek Güngör beschreibt, wo andere nur einen vagen, klaffenden Spalt lassen.

Larissa Siebicke / kommbuch.com

 

Man liest dieses kleine, schmale Buch und man ist beglückt, von der ersten Zeile an. 

Frank Keil / Männerwege

 

Das Buch überzeugt auf ganzer Linie und schildert feinsinnig und liebevoll Gedanken, die sicher viele Töchter kennen – völlig losgelöst von der Frage, wie gut oder schlecht man sich mit seinem Vater versteht. 

Feiner reiner Buchstoff

 

Ich schreibe wie ich eben schreibe, und das passt offenbar ganz gut zu dieser Geschichte. Ich könnte mir keine Geschichte ausdenken und vornehmen, eine andere Sprache als die mir vertraute zu erfinden. Das fühlt sich für mich fremd an. Es ist vielleicht ein Glück, dass die Dinge, über die ich schreibe, so eng bei mir sind, dass ich meine Sprache benutzen kann.

Dilek Güngör im Gespräch mit Thomas Hummitzsch auf intellectures.de

 

Es ist hervorragend eingefangen, wie [...] zwei Menschen, die eigentlich eine innige Beziehung zueinander haben sollten, Vater und Tochter, und die auch hatten in der Kindheit, dass das vielleicht irgendwann nicht mehr funktioniert und was da auch an Scham dranhängt.

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