Magnetizdat DDR. Magnetbanduntergrund Ost 1979–1990

Magnetizdat DDR. Magnetbanduntergrund Ost 1979–1990

Alexander Pehlemann, Ronald Galenza und Robert Mießner (Hg.)
Broschur, 500 Seiten
Preis: 25,00 €
ISBN: 9783957324764


erscheint am 11.10.2022

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Im letzten Jahrzehnt der DDR fanden Punk und seine experimentellen Verästelungen in Post-Punk, New Wave, Elektronischer Musik und Avantgarde-Rock und -Pop auch in dem stillen Land ihre Hörer. Wer hörte, wollte oft aber auch mehr: »Magnetizdat DDR« erzählt, wie aus Konsumenten schnell Produzenten wurden und DDR-weit eine sich selbst verlegende Kassettentäter-Szene entstand, der Magnetbanduntergrund. Beziehungsweise ein Magnetizdat, in Ableitung von Samizdat und Tamizdat in der sowjetischen Gegenkultur. Hier wie dort, zumal in Ost wie West, war dabei Multimedialität das Gebot der Stunde. Literaten ließen sich von Bands befeuern, Musiker entdeckten Barock- und Experimental-Lyrik, Super-8-Filmer und bildende Künstler griffen zum Mikrofon, und es entstand ein Geflecht, das international renommierte Band- und Labelprojekte wie Tarwater, To Rococo Rot und Raster-Noton hervorbrachte.
»Magnetizdat DDR« ist der direkte Nachfolger des 2006 im Verbrecher Verlag erschienenen, legendären Sammelbands »Spannung. Leistung. Widerstand. Magnetbanduntergrund DDR 1979–1990«. Es geht u.a. um Frauen in der DDR-Subkultur, die Kreativ-Konstellation Karl-Marx-Stadt, falschen sorbischen Untergrund, das erste Kassettenlabel und die erste West-LP, illegale Studios und legalisierte Spielwiesen oder das Einsickern einer schrägen DDR-Krautrockmischung in internationale Zirkulationen.

 

 

MIT BEITRÄGEN VON Michael Barthel, Henryk Gericke, Leonhard Lorek, Claus Löser, Angelika Richter, Bert Papenfuß, Christoph Tannert und anderen sowie Interviews mit u.a. Cornelia Schleime, Gabriele Stötzer, Dimitri Hegemann, Arnim Bautz, Flake, Bo Kondren, Ralf Kerbach, Ronald Lippok, Bernd Jestram, Carsten Nicolai zu Formationen wie Erweiterter OrGasmus, Zwitschermaschine, Rosa Extra, Der Expander des Fortschritts, Tom Terror & Das Beil, Herr Blum, Das Freie Orchester, Die arroganten Sorben, Die Gehirne, Frigitte Hoden horst Mundschenk, 6 aus 49, Ornament & Verbrechen, Neu Rot u.v.m.

 

 

Nachdem Bureau B bereits im Jahr 2017 unter dem Titel »Magnetband« eine Zusammenstellung mit experimenteller, elektronischer Musik aus der Kassetten-Underground-Szene der DDR vorlegte, schließt das Hamburger Label mit der Veröffentlichung zweier Ost-Berliner Künstler-Retrospektiven an diesen Themenschwerpunkt an: »Acht Gesänge der schwarzen Hunde«, eine Zusammenstellung von Jörg-Thomasius-Produktionen der Jahre 1980 bis 1990, sowie »MEZ 31,00« von Dieter Zobel aka Didier Leboz, eingespielt 1988 und erschienen als Solo-Kröten-Kassette im Umbruchsjahr 1989. Beide waren Mitglieder der legendären Avantgarde-Gruppe Das Freie Orchester. Die Retrospektiven sind ab dem 15. April auf Vinyl, CD und digital verfügbar. 

 

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